Ein Dauerauftrag von 12 Euro monatlich fällt nicht weiter auf. Aufs Jahr hochgerechnet sind es 144 Euro, über fünf Jahre hinweg bereits 720 Euro für eine Leistung, die niemand mehr nutzt. Genau solche stillen Kostenfallen sammeln sich auf den Konten vieler älterer Menschen an – oft ohne dass sie oder ihre Angehörigen davon wissen.
Die gute Nachricht: Ein aufmerksames Durchsehen des Kontoauszugs reicht meist aus, um diese Phantom-Ausgaben aufzuspüren. Hier sind die sieben Kategorien von Daueraufträgen und Prélèvements, die man vorrangig überprüfen sollte.
Die 7 Daueraufträge und Zahlungen zur Kontrolle auf dem Konto eines älteren Angehörigen
1. Doppelte oder überflüssige Versicherungen
Das ist der Klassiker Nummer eins. Eine Wohngebäudeversicherung bei zwei verschiedenen Anbietern, eine Unfallversicherung die sich mit einem Sterbegeldversicherungsvertrag überschneidet, oder eine Kreditversicherung, die weiterläuft obwohl das Darlehen seit Jahren abbezahlt ist. Eine doppelte Versicherung kann leicht mehrere hundert Euro pro Jahr kosten, ohne zusätzlichen Schutz zu bieten.
2. TV-, Zeitschriften- und Streaming-Abos, die nie genutzt werden
Ein Fernsehabonnement von vor zehn Jahren, eine monatliche Fachzeitschrift, die niemand mehr liest, oder ein Streaming-Dienst, der versehentlich bei einem Telefonanruf aktiviert wurde. Solche vergessenen Abos fallen kaum auf, weil die einzelnen Beträge gering sind.
3. Mehrfache Krankenversicherungszusätze (Zusatzversicherungen)
Es kommt häufig vor, dass ein älterer Mensch eine alte Zusatzversicherung behält und gleichzeitig einen neuen Vertrag abgeschlossen hat – manchmal über ein Kind oder einen Makler. Zwei monatliche Beitragszahlungen für denselben Versicherungsschutz bedeuten schnell hundert Euro monatlich verschwendet.
4. Kostenpflichtige Bankdienstleistungen (Karten, Pakete)
Bankgebühren für Premium-Kreditkarten, Kontopaket-Gebühren oder Versicherungen für Zahlungsmittel verdienen besondere Aufmerksamkeit. Viele Banken bieten günstigere Konditionen für Senioren an, doch oft unterbleibt der Wechsel – besonders wenn regelmäßige Tarifanpassungen erfolgen.
5. Mitgliedsbeiträge in Vereinen oder Clubs, die nicht mehr genutzt werden
Sportverein, Hobby-Club, Berufsverband aus aktiven Zeiten – solche jährlich erneuerten Mitgliedsbeiträge entgehen oft der Aufmerksamkeit, besonders wenn das Geld nur einmal im Jahr abgebucht wird.
6. Dauerhafte Spendenzusagen an Hilfsorganisationen
Die Absicht ist ehrenhaft, aber es passiert oft, dass ältere Menschen an mehrere Organisationen monatlich spenden, ohne sich noch daran zu erinnern – manchmal aufgrund hartnäckiger Telefonanrufe oder Briefe. Eine Überprüfung dieser Zusagen ermöglicht es, die Spenden auf die wirklich wichtigen Zwecke zu konzentrieren.
7. Verdächtige oder betrügerische Daueraufträge
Das ist der heikleste Punkt. Ein verdächtiger Dauerauftrag mit undeutlichem Verwendungszweck, Beträge, die monatlich minimal variieren um nicht aufzufallen, oder ein unbekannter Service, der vom Ausland abgebucht wird – das sind Alarmzeichen für Bankbetrug. Ältere Menschen sind eine bevorzugte Zielgruppe für Betrügereien, besonders durch unerwünschte Telefonanrufe oder gefälschte Organisationen.
Wie man solche Daueraufträge in Kontoauszügen aufspürt
Die zuverlässigste Methode ist, die Transaktionshistorie der letzten zwölf Monate herauszusuchen – verfügbar im Online-Banking oder auf Anfrage in der Filiale. Ziel ist es, jeden wiederkehrenden Dauerauftrag mit Betrag und Empfänger aufzulisten und dann Zeile für Zeile zu prüfen, ob der ältere Angehörige noch weiß, wofür die Zahlung steht.
Eine einfache Tabelle schafft schnell Klarheit.
| Verwendungszweck | Häufigkeit | Normalbetrag | Zu überprüfen |
|---|---|---|---|
| Versicherung / Zusatzversicherung | Monatlich | 15 bis 80 € | Dopplung mit anderem Vertrag |
| Abonnement Media | Monatlich | 5 bis 20 € | Tatsächliche Nutzung |
| Bankdienstleistung | Monatlich oder jährlich | 2 bis 15 € | Notwendigkeit der Option |
| Spende oder Beitrag | Monatlich oder jährlich | 5 bis 30 € | Bekannte Fortsetzung |
Diese gemeinsame Durchsicht des Kontoauszugs sollte idealerweise mit dem älteren Menschen selbst erfolgen, wenn dieser dazu fähig ist, sonst mit dem bevollmächtigten Angehörigen oder gesetzlichen Betreuer.
Der häufigste Fehler: sich nur auf den Kontostand konzentrieren
Ein Konto, das von Monat zu Monat gleich aussieht, bedeutet nicht automatisch, dass es keine Kostenfallen gibt. Kleine, regelmäßige Daueraufträge entgehen der Aufmerksamkeit, solange man nicht jeden Verwendungszweck einzeln über mehrere Monate hinweg vergleicht.
So stoppt man einen unnötigen oder unerwünschten Dauerauftrag
Ist ein Dauerauftrag als überflüssig identifiziert, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste ist, den Vertrag oder das Abo direkt beim Anbieter zu kündigen – das ist die sauberste Lösung, da sie die Quelle der Zahlung beendet. Die zweite, schneller im Notfall oder bei zweifelhaften Zahlungen, ist die Widerspruch gegen den Dauerauftrag direkt bei der Bank.
Bei einem SEPA-Dauerauftrag kann die Bank auf einfache Anforderung hin den Auftrag ohne Gebühren stoppen. Im Falle eines bereits ausgezahlten verdächtigen Dauerauftrags ist eine Rückerstattung in einem Zeitfenster von acht Wochen ab Belastung möglich – und bis zu dreizehn Monate, wenn der Auftrag niemals autorisiert wurde. Bei Verdacht auf Betrug sollte zeitnah Anzeige erstattet werden.
Ein regelmäßiges Kontrollsystem etablieren, um erneute Probleme zu vermeiden
Ein jährliches Finanz-Inventar, ruhig zu einem festen Datum durchgeführt, verhindert, dass sich die Situation erneut verschlimmert. Dabei werden alle kostenpflichtigen Services, Verträge und Abos aufgelistet, mit ihren Erneuerungsterminen, um Kündigungen vor automatischer Verlängerung zu planen.
Für einen Angehörigen, der einen älteren Menschen bei der Finanzverwaltung unterstützt, wird diese regelmäßige Kontrolle des Kontoauszugs schnell zur Routine – beispielsweise bei jedem vierteljährlichen Besuch. Dies ist oft die einzige Möglichkeit, ein Abo rechtzeitig zu bemerken, das seit Jahren läuft, oder verdächtige Bewegungen zu erkennen, bevor sie sich verfestigen.





